Werkstatt

Um einigermaßen sicherstellen zu können, dass selbstgelötete Schaltungen auch funktionieren, sollte ganz gewisse Vorausetzungen zum Standard gehören. Lötmaterial - dazu gehören, sauberer Lötdraht ( mit sauber ist gemeint: nicht verdrillt oder gezurrt, nicht gequetscht oder geknickt ) , denn im Inneren des hohlen Drahtes befindet sich ein Flußmittel, meist Kollofonium, auch von außen sollte der Lötdraht einigermaßen sauber sein, d.h. Verschmutzungen, wie Fette, Teer oder Oel sollte vor der Verwendung mit einem weichen Lappen entfernt werden, ansonsten würden diese Verunreinigungen beim Schmelzprozeß mit eingebunden und die Leitfähigkeit und Kontaktierungen beeinflussen.Auch sollte der Lötdraht bequem zu handhaben sein, entweder von einer Spule ( noch besser von einem  "Abroller " ) Wer schon häufig gelötet hat, hat sich sicher auch schon häufig die Finger verbrannt - meist passiert das, wenn man mit der einen Hand die Platine mit den gesteckten Bauteilen solange um 180° gedreht halten muß, bis der Lötzinn endlich soweit erkaltet ist, dass die Bauteile nicht wieder aus der Platine fallen und andererseits mir der anderen Hand den Lötkolben führen und den Lötdraht positionieren muß ! Ich habe mir für diesen Fall etwas einfallen lassen- doch dazu später ! Das Arbeiten im "DIY" Verfahren  ( DIY = englisch für  >Do it yourself< ) erfordert  anfangs eine eigene Strategie: Wenn sich z.B. in einem Schaltbild manche Leiterbahnen kreuzen, so muß dies natürlich beim Nachbau auf einer Lochrasterplatine unbedingt vermieden werden je aufwendiger oder umfangreicher solch ein Schaltbild ist, umso häufiger wird man dies Situation vorfinden - Vorausplanung, Vorausdenken ist ein "Muß", um nicht die meisten Platinen anschließend in den Müll zu werfen - eine Alternative wäre, vorgefertigte " Layouts " zu verwenden, welche man aber auf mehr oder weniger aufwendige, teure Art & Weise auf kupferbeschichtetes Material übertragen muß. Für den " Beginner " in Sachen Löten kommt diese Art sicher nicht in Betracht - wenn man sich allerdings die notwendigen Gerätschaften, Chemikalien und das Wissen angeeignet hat, ist dieses Verfahren eigentlich das sauberste und auch sicherste - dennoch bleibt es immerhin gefährlich, wenn nicht alle Regeln genauestens beachtet und eingehalten werden !Lochrasterplatine 100x160mm - vom Hersteller schon mit Lötlack bearbeitet !


230 Volt Getriebe-Motor  13 Umdrehungen pro MinuteAndruckrolle aus VideorecorderKapstantrommel als Abrollteller für LötdrahtspuleVon FührungsrollenUmlenkrollenKapstantrommelgesammelte Teile aus Video, TB und Kassettenrecorder

 

Hier ist alles noch im Beginn - es gilt, eine Idee umzusetzen !

Wer über das Löten hinaus noch handwerklich begabt ist, dem eröffnet sich bestimmt auch die Möglichkeit, sich eine Vorrichtung zu bauen, die einem das Löten ganz erheblich erleichtert - Ich benenne die Vorrichtung nach ihrer Funktion : Lötdrahtvorschubmaschine - denn das ist ihre Aufgabe: Den Lötdraht vorzuschieben, ausgelöst durch einen Fußschalter, während meine Hände die Platine mit Bauteilen und den Lötkolben halten! ( Vorerst ) !

Ersteinmal habe ich die ursprüngliche Idee umgesetzt, einige Tage später, als die Umsetzung erfolgreich gelungen war, jagte eine Idee die nächste - so integrierte ich einen separaten Lötkolben, der sich mit dem Austrittspunkt des Lötdrahtes kreuzte, so, dass der Lötdraht, je nach justierung, genau auf die Lötspitze traf und ich nur noch die bestückte Platine genau unter diesen Fixpunkt halten mußte, damit die Lötaugen der Platine mit flüssigem Zinn gefüllt und die Bauteile befestigt wurden.

Natürlich stellten sich nach einigen Tagen hier und da noch Fehler heraus, Verschiedenes mußte neu angepaßt oder gar versetzt werden - aber im Allgemeinen lief es sogar besser, als erwartet - nun konnten nur noch Verbesserungen gemacht werden, so sollte der Verschub sofort stoppen, wenn irgendwo etwas hakte oder klemmte, zum Beispiel beim Abrollen einer Lötdrahttrommel - oder, wenn im Draht ein Knick o.ä. war - auch sollte angezeigt werden, wenn der Andruck der Hartgummirolle am Vorschubmotor nachließ, bzw. zu stark war, denn immerhin wurde an der Antriebsachse des Vorschubmotors und der Andruckrolle ( federgespannt ) eine Kraft gewonnen, die mühelos eine 4,5 KG schwere Lötdraht-Trommel abspulte !

Mittlerweile ist diese Lötdrahtvorschubmaschine zur semiprofessionellen Lötstation ausgereift, sie kann im " Auto " Modus selbsttätig den Draht vorschieben, sobald ein Objekt, wie Platine o.ä. im Abstand von 10 mm vor den Drahtaustrittspunkt gehalten wird ( optische Erkennung ), zudem wurde ein Lötdampfabsorber nachgerüstet sowie diverse Superhelle LED - Spots, welche gezielt die kritischen Stellen, wie Umlenk - und Führungsrollen  beleuchten.

Nach etwa 6 Monaten , fast täglichem 12 Stundenbetrieb und rund 1 KG = 65 Meter Lötdraht, mußte außer dem Gummi auf der Antriebsachse des Motors noch nichts ersetzt oder erneuert werden - die Anlage läuft immernoch, wie am ersten Tag - absolut zuverlässig und..........................verbrannte Finger, das war gestern !